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Mit dem Cochlea Implant (CI) ist eine erfolgreiche Schnittstelle zwischen Elektrophysiologie, Sinneserfahrung, Medienwissenschaft und Medizin bzw. Prothetik eröffnet, welche neben dem direkten Patientennutzen höchst interessante transdisziplinäre Forschungsperspektiven ermöglicht. Hörerlebnisse und -erfahrungen von CI-TrägerInnen im Rahmen ihrer Aktivierungs- und audiologischen Einstellungsphasen können als Elemente eines interaktiven medialen Subjektivierungs- oder Sozialisierungsprozesses begriffen werden, in dem technische, sinnliche, medizinische, soziokulturelle und interaktionelle Entscheidungen und Erfahrungen ineinander verwoben werden.

Entwicklung eines synthetischen Klangerzeugers
Im Hinblick auf das Hauptprojekt soll in der einjährigen Vorstudie ein Interface entwickelt werden, das ein experimentelles Arbeiten mit CI-Trägern und deren Hörvermögen ermöglicht. Im Labor für Medienökologie der HS Offenburg wird ein prototypischer Klangerzeuger zur Steuerung von Softwareparametern gebaut und getestet. Mit der Programmiersprache Csound werden einzelne Töne oder Tonsequenzen unterschiedlicher Tonabstände, Dauer und Spektren mit digitaler Klangerzeugung synthetisiert, um diese in Echtzeit modifizieren zu können. Die Steuerung des Interfaces erfolgt bedienerfreundlich über konventionelle Regler und Handgesten.

Das Gerät wird an der Universitätsklinik Freiburg mit einer kleinen Auswahl an CI-Trägern getestet und an deren Bedürfnisse angepasst. Die Universität Konstanz erstellt parallel dazu eine interviewgestützte Studie, um die Hörerlebnisse der Probanden qualitativ zu beschreiben. Die interdisziplinäre Auswertung der Erfahrungen der CI-Träger{n} dient dazu, das entwickelte Interface und die dazugehörigen Synthesetechniken auf Potentiale und Problemstellen bezüglich Bedienbarkeit und Hörerfahrungen bzw. -praktiken auszuwerten und zu optimieren.